Deutschland

Belastungs- und Druckprüfung, Inbetriebnahme

Bevor eine alpex-gas Leitungsanlage verputzt oder verdeckt wird und ihre Verbindungen umhüllt oder beschichtet werden, muss diese einer Belastungs- und Dichtheitsprüfung nach DVGW-TRGI 2008 Arbeitsblatt G600 unterzogen werden.

Während der Prüfungen müssen die betreffenden Leitungsanlagenteile von gasführenden Leitungen getrennt sein. Alle Leitungsöffnungen müssen durch metallene Stopfen, Kappen, Steckscheiben oder Blindflansche dicht verschlossen sein. Aufgrund der Kompressibilität von Gasen darf der max. Prüfdruck 1 bar nicht überschreiten. Jeder plötzliche Druckanstieg in der zu prüfenden Leitungsanlage ist zu vermeiden. Die Prüfungen sind wahlweise mit Luft oder inertem Gas (z.B. Stickstoff), durchzuführen. Die Verwendung von Sauerstoff ist unzulässig.

Die Druckprobe ist entgegen dem eigentlichen Gasstrom vom Gasgerät aus durchzuführen, um ein Schließen des Gasströmungswächters (GS) zu verhindern. Sollte die Druckprobe vom Gashaupthahn aus, d.h. in Richtung des eigentlichen Gasstroms, ausgeführt werden, so ist darauf zu achten, dass der Füllvorgang langsam erfolgt und der zulässige Volumenstrom des GS nicht überschritten wird. Leitungsanlagen mit Betriebsdrücken bis einschließlich 100 mbar unterliegen der Belastungs-, Dichtheits- sowie der Gebrauchfähigkeitsprüfung (bei in Betrieb befindlichen Anlagen; siehe hierzu DVGW TRGI 2008).

Alle Druckprüfungen, insbesondere die Belastungs- und die Dichtheitsprüfung, müssen mittels Prüfprotokoll dokumentiert werden. Temperaturänderungen und atmosphärische Druckschwankungen im Rohrsystem können das Ergebnis der Druckprüfung beeinflussen. Der Druckverlauf des Prüfdrucks während der Prüfung lässt keine ausreichenden Rückschlüsse auf die Dichtheit der Anlage zu. Deshalb ist die komplette Gasinstallation durch Sichtkontrolle auf Dichtheit zu prüfen. Zum Lokalisieren von Undichtigkeiten können DVGW-zertifizierte Lecksuchsprays, schaumbildende Mittel und Gasspürgeräte eingesetzt werden.

Belastungsprüfung

Die Belastungsprüfung ist vor der Dichtheitsprüfung durchzuführen und betrifft nur die Leitungen, d.h. Leitungsanlagen ohne Armaturen, Gas-Druckregelgeräte, Gaszähler sowie Gasgeräte und zugehörige Regel- und Sicherheitseinrichtungen. Armaturen können in die Prüfung mit einbezogen werden, soweit deren max. Betriebsdruck (MOP) mindestens dem Prüfdruck entspricht.

Der Prüfdruck beträgt 1 bar. Während der Prüfzeit von 10 Minuten darf der Druck nicht fallen. Am Messgerät muss ein Druckabfall von 0,1 bar erkennbar sein.

Der Prüfdruck ist nach Abschluss der Belastungsprüfung gefahrenfrei abzulassen. Hierbei sind gleichzeitig mögliche Montageschmutzteile aus allen Leitungsteilen auszublasen.

Dichtheitsprüfung

Die Dichtheitsprüfung erfolgt nach der Belastungsprüfung und erstreckt sich auf Leitungsanlagen einschließlich der Armaturen, jedoch ohne Gasgeräte und zugehörige Regel- und Sicherheitsarmaturen. Das Gasdruckregelgerät und/oder der Gaszähler können in diese Prüfung einbezogen werden, soweit diese für den Prüfdruck ausgelegt sind.

Der Prüfdruck beträgt 150 mbar und darf während der Prüfdauer nicht fallen. Am Messgerät muss ein Druckabfall von 0,1 mbar erkennbar sein (Mindestauflösung).

Die Prüfdauer und Anpassungszeiten für den Temperaturausgleich sind folgender Tabelle zu entnehmen:

    Leistungsvolumen         Anpassungszeit         Prüfdauer   
    < 100 l     10 min     10 min
    >= 100 < 200 l     30 min     20 min
    >= 200 l     60 min     30 min







Der Prüfdruck ist nach Abschluss der Dichtheitsprüfung gefahrenfrei abzulassen.

Inbetriebnahme

In die Leitungsanlage ist so lange Gas einzulassen, bis die vorhandene Luft oder das inerte Gas aus der Leitung verdrängt ist. Dabei ist das Gas mit einem Schlauch gefahrlos ins Freie abzuführen. Bei kleinen Mengen kann das Gas auch an der Austrittsstelle über geeignete Brenner, wie z. B. Prüfbrenner, abgebrannt werden. Dabei ist für eine ausreichende Lüftung der Räume zu sorgen. Bei Leitungsanlagen mit Betriebsdrücken bis 100 mbar können kleine Mengen auch mittels ausreichender Durchlüftung des Raumes abgeführt werden. Bei allen Maßnahmen sind Zündquellen, wenn sie nicht unmittelbar für das Abbrennen des Gases erforderlich sind, zu vermeiden (z. B. Rauchen, Schalten elektrischer Anlagen, Betrieb von Mobiltelefonen, Betrieb sonstiger Feuerstätten). Unmittelbar nach dem Einlassen von Gas sind die bei der Belastungs- und Dichtheitsprüfung nicht erfassten Verbindungsstellen zu prüfen. In undichte Leitungen darf kein Gas eingelassen werden.

Prüfung laufender Anlagen/ Wiederinbetriebnahme

Für die Wiederinbetriebnahme von stillgelegten Leitungsanlagen sind alle Hinweise der DVGW TRGI 2008 zu beachten. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass bei Veränderungen an bestehenden Anlagen alle zuvor beschriebenen Prüfungen erfolgreich durchgeführt wurden.

Verwahrung der Leitungsanlage

Fertiggestellte und noch nicht angeschlossene, stillgelegte oder außer Betrieb gesetzte Gas-Innenleitungen sind an allen Leitungsöffnungen mit Stopfen, Kappen, Steckscheiben oder Blindflanschen aus metallenen Werkstoffen dicht zu verschließen.

Weitere Details zur Belastungs- und Dichtheitsprüfung sowie dem Prozess der Inbetriebnahme finden Sie in unseren technischen Informationen. Diese gilt es zwingend zu beachten.