Verkehrswegeentwässerung

Grundlagen Verkehrswegeentwässerung

Verkehrswege verbinden Menschen und halten das Leben im Fluss. Neben Einrichtungen für die Ver- und Entsorgung sowie Kommunikation stellen die Verkehrswege den dritten Hauptbestandteil unserer technischen Infrastruktur dar.

Aktuelle Situation in Deutschland
Untersuchungen belegen, dass derzeit zwischen 30% und 40% aller Straßen in Deutschland schadhaft und sanierungsbedürftig sind. Im Hinblick auf die rasante Zunahme der Mobilität ist die Nutzung des Straßennetzes mit potentiellen Gefahren verbunden und kann eine funktionierende Infrastruktur durch weitere Schädigung beeinträchtigen.

Ursachen für Straßenschäden
Die unsachgemäße Entwässerung ist neben der altersbedingten Abnutzung der Straßen sowie dem stetig steigenden Verkehrsaufkommen, auf das viele Straßen bautechnisch nicht ausgelegt sind, einer der Hauptgründe, die zur Schädigung des Straßenkörpers und Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit führen kann.

Verkehrswegeentwässerung
Aufgrund beschränkter öffentlicher Mittel wird es immer schwieriger, alle Verkehrswege in einem guten und verkehrssicheren Zustand zu halten. Vorbeugende Maßnahmen können die Qualität und Sicherheit des Straßennetzes nachhaltig verbessern.
Die funktionsfähige Entwässerung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für die sichere Nutzbarkeit und den dauerhaften Bestand von Verkehrswegen.

Aufgaben und Ziele
Das Entwässerungssystem dient zur Aufnahme und Ableitung von Oberflächenwasser (Gefahr durch Aquaplaning, Glatteis), Wasser aus dem Boden bzw. Straßenoberbau (Gefahr durch Frostaufbruch) und von außerhalb zufließendem Wasser.
Für die Aufnahme und Weiterleitung bzw. Ableitung der verschiedenen Wasserarten und -mengen kommen Sicker- und Transportleitungen zum Einsatz.

Anforderungen
Studien und Untersuchungen zeigen, dass sich der Großteil der Straßenbaumaßnahmen zukünftig mehr auf die Sanierung bzw. den Ausbau (Erweiterung und Verbesserung) des vorhandenen Netzes konzentrieren wird, als auf direkte Neubaumaßnahmen. Dies führt zu hohen Anforderungen an den Baubetrieb und die einzusetzenden Produkte. Wirtschaftlichkeit, schneller Baufortschritt, auch unter Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses, und Kostenminimierung bei gleichzeitiger Erhaltung der Qualitätsstandards werden heutzutage im Verkehrswegebau gefordert.
Moderne Entwässerungssysteme setzen Langlebigkeit, hohe Belastbarkeit, leichtes Handling und optimale Wartungsfreundlichkeit voraus.

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Die fachgerechte Verkehrswegeentwässerung ist an verschiedenen Normen und Richtlinien gebunden.

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Die wichtigsten für die Verkehrswegeentwässerung

DIN 4262-1
„Rohre und Formstücke für die unterirdische Entwässerung im Verkehrswege- und Tiefbau – Teil 1: Rohre, Formstücke und deren Verbindungen aus PVC-U, PP und PE"
Die DIN 4262-1 ist die Grundnorm für Sickerleitungs- und Transportrohre in der Verkehrswegeentwässerung. Ihr Geltungsbereich umfasst erdüberdeckte Rohre und Formstücke aus thermoplastischen Kunststoffen und deren Verbindungen, die im Verkehrswege- und Tiefbau zum Sammeln, Ableiten und Versickern von Oberflächen- und Sickerwasser durch Schwerkraft verwendet werden.

DIN EN 13476-3
„Kunststoff-Rohrleitungssysteme für erdverlegte drucklose Abwasserkanäle und -leitungen – Rohrleitungssysteme mit profilierter Wandung aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC-U), Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE)-Teil 3: Anforderungen an Rohre und Formstücke mit glatter Innen- und profilierter Außenfläche und an das Rohrleitungssystem, Typ B"

DBS 918064
„Kunststoffrohre für die Verwendung zur Entwässerung von Bahnanlagen" (für den Geltungsbereich Bahn).


Die wichtigsten in Verbindung mit Planung, Dimensionierung, Einbau

RAS-Ew
„Richtlinie für die Anlage von Straßen – Teil: Entwässerung":
Die Planung der Entwässerungseinrichtungen an Straßen erfolgt in Deutschland auf der Grundlage der RAS-Ew. Die Norm definiert den Stand der Technik und enthält planerische Grundsätze, Bemessungshinweise und allgemein gültige Lösungsvorschläge für die Entwässerung von Straßen einschließlich der Behandlung von Oberflächenwasser.

RIL 836
„Entwässerungsanlagen – Grundsätze" (für den Geltungsbereich Bahn)

Arbeitsblatt DWA-A 118
„Hydraulische Bemessung und Nachweis von Entwässerungssystemen"

DIN EN 1610
„Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und –kanälen"

Arbeitsblatt DWA-A 139
„Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen und –kanälen"

ZTV A-StB 97
„Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Aufgrabungen in Verkehrsflächen"

ZTV Ew StB 91
„Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Entwässerungseinrichtungen im Straßenbau"

Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127
„Statische Berechnung von Abwasserkanälen und –leitungen"

DIN EN 752
"Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden"