Landwirtschaftliche Dränung

Grundlagen Landwirtschaftliche Dränung

Die landwirtschaftliche Dränung sorgt dafür, dass durch Entwässerung die Ertragskraft der landwirtschaftlichen Flächen erhalten bleibt oder verbessert wird. Sie ermöglicht eine mechanisierte Landwirtschaft und steigert die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.

Definition
Das Wort „Dränung" stammt aus dem Englischen und bedeutet allgemein „Entwässerung, Ableitung, Abfluss". Abgesehen von der parallelen Verwendung des Begriffes in der Medizin ist die Dränung definiert als die Herstellung künstlicher unterirdischer Wasserabzüge, verrohrt oder nicht verrohrt, die überschüssiges Wasser ableiten sollen. Von Flächendränung mit Rohren spricht man, wenn zum Zwecke der Entwässerung im Boden systematisch angeordnete Rohrstränge verlegt werden. Landwirtschaftliche Dränung, wie wir es verstehen, ist in diesem Sinne immer Flächendränung mit Rohren.

 

Bedeutung
Ziel einer Dränung ist die Verbesserung des Bodenwasserhaushaltes eines Standortes. Entwässerung findet insbesondere in der Landwirtschaft Anwendung, schützt aber auch Siedlungs-, Industrie-, Erholungs-, Sport- und Verkehrsanlagen sowie Gebäude. Sie schafft und gestaltet gleichermaßen Lebensraum. Dränung als Teilbereich der Entwässerung steigert nicht nur den Ertrag, sondern beseitigt Nutzungserschwernisse, dient der Bodenerhaltung und ermöglicht die heute unumgängliche mechanisierte Landwirtschaft. Boden ist eine nicht vermehrbare Ressource. Dagegen nimmt die Weltbevölkerung weiterhin schnell zu und dementsprechend die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, die auf diesem Boden produziert werden.

Funktionsweise
Ein System für die landwirtschaftliche Dränung besteht aus einer Saugleitung („Sauger“) und einer Sammelleitung („Sammler“). Durch Schlitze in der Rohrwand tritt das Wasser in die Sauger ein. Die Rohre saugen das Wasser regelrecht an. Anschließend fließt das Wasser entsprechend dem Gefälle zu den Sammlern hin. Diese leiten das gesammelte Wasser zum Gewässer oder zur Vorflut ab.

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Schon die alten Babylonier kannten die Dränung. Seither wurde die Kunst des Entwässern bzw. der Verbesserung des Bodenwasserhaushaltes kontinuierlich weiter entwickelt. Eine langsame Evolution, die aber in den 1960er Jahren eine echte Revolution erfahren hat.

Die Dränung – fast schon so alt wie die Menschheit
Dränung war bereits in der Antike ein bekanntes Verfahren. Schon damals war eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung des Bodens von Vorteil. Bereits um 2000 v. Chr. tauchen die ersten Tonrohre, die Vorläufer des heutigen Dränrohres, in Babylonien auf. Im Mittelalter geraten Systeme zur Dränung vorübergehend in Vergessenheit. Erst in der Neuzeit entstehen in England ab ca. 1650 neue Dränungen mit Holz, Faschinen und Steinen (Kies), in Schottland und Deutschland auch mit Dachfirstziegeln. 1755 wird in Schottland eine Schrift über die Dränung von Sumpfland veröffentlicht. Dränung als Methode hat sich über die Zeit kaum verändert. Neben offenen Gräben schafft man sich unterirdische Hohlgänge. Im 18. Jahrhundert werden offene Entwässerungsanlagen überwiegend durch verrohrte Dränanlagen ersetzt. Die Erfindung der Dränrohrpresse für Ton ca. 1840 in England bringt der Dränung in Europa einen raschen Aufschwung. In der nun folgenden Periode mit maschinell gefertigten Dränrohren aus gebranntem Ton wird die Dränung durch landwirtschaftlich-kulturtechnische Feldversuche und bodenkundliche Erfahrungen weiterentwickelt. Um 1940 beginnt die Entwicklung von Maschinen zur Rohrdränung. Anfangs steht der maschinelle Bodenaushub im Vordergrund. Die Herstellung der Drängrabensohle sowie das anschließende Verfüllen erfolgt zunächst noch von Hand. Nach 1950 werden verstärkt Dränmaschinen zur Rohrverlegung eingesetzt. Ende der 50er Jahre kommt es zum vermehrten Einsatz von schneller verlegbaren, leichteren und haltbareren, geschlitzten Kunststoffrohren mit zunächst glatter Wandung.

Die 60er Jahre – eine Idee ist geboren

In den 1960er Jahren wird mit FF-drän in Deutschland eine Idee geboren, die den Drainagebau revolutionierte! Der Erfinder des ersten maschinellen Pfluges zur Verlegung von Dränrohren war auf das damals schon bekannte endlos extrudierte Kunststoff-Elektroinstallationsrohr von FRÄNKISCHE aufmerksam geworden – dies wird zur Geburtsstunde des gelben FF-drän Rohres. Mit dem ersten endlos extrudierten, gewellten und flexiblen Dränrohr aus PVC-U leistet FRÄNKISCHE Pionierarbeit und definierte den Stand der Technik neu. Es beginnt eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die bis in die Gegenwart auch als Basis für weitere Innovationen dient. Spricht man vom „Drainagerohr", hat man unweigerlich den „gelben Schlauch" vor Augen. Neben der Ringbundlänge stellt gerade die Flexibilität des Rohres die herausragende Produkteigenschaft dar, die den Durchbruch in der Verlegung ermöglichte. Mit diesem flexiblen und geschlitzten Kunststoffrohr leitet FRÄNKISCHE eine grundlegende Veränderung in der Dräntechnik ein und schafft die Voraussetzungen für eine kontinuierliche und vor allem wirtschaftlichere Dränrohrverlegung.

Die wichtigsten Richtlinien für die landwirtschaftliche Dränung sind die DIN 1185  und die DIN 1187. Darüber hinaus gibt es zahlreiche lesenswerte Fachliteratur zu diesem Thema, wovon die "Dränanleitung" von Prof. Dr. Eggelsmann uns besonders empfehlenswert erscheint.

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DIN 1185 (Dezember 1973)
„Dränung – Regelung des Bodenwasserhaushaltes durch Rohrdränung, Rohrlose-Dränung und Unterbodenmelioration".
Die DIN 1185 umfasst fünf Teile und gilt für Verfahren zur Regelung des Bodenwasserhaushaltes landwirtschaftlich genutzter Flächen durch Dränung.

DIN 1187 (November 1982)
„ Rohre aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC-hart); Maße, Anforderungen, Prüfungen".
Der Geltungsbereich dieser Norm umfasst gewellte (flexible) und glatte (Stangen) Dränrohre aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC-hart), die überwiegend zur Regelung des Bodenwasserhaushaltes nach DIN 1185 eingebaut werden.

„Dränanleitung – Landbau, Ingenieurbau, Landschaftsbau" von Prof. Dr. Rudolf Eggelsmann
Das 1973 erschienene Buch gilt als Meilenstein in der Fachliteratur der Dräntechnik.
Darin gelingt es Eggelsmann, annähernd die gesamte deutsche und auch teilweise ausländische Literatur, die sich um die Verbesserungen des Bodenwasserhaushaltes durch Meliorationen entwickelt hat, zu berücksichtigen. Dem Dränpraktiker wird damit erstmals ein vollständiger Überblick über alle mit der Dränung zusammenhängenden Fragen gegeben. Für die Praxis finden sich in der "Dränanleitung" alle notwendigen Arbeitsgrundlagen für Planung, Entwurf, Bau und Betrieb von Dränanlagen.