Regenwasserbehandlung

Grundlagen Regenwasserbehandlung

Betriebssicherheit und Gewässerschutz
Gesammeltes Regenwasser kann mit unterschiedlichsten Stoffen wie Grobschmutz, Schlamm und Leichtflüssigkeiten aus dem Straßenverkehr oder von Industrieansiedlungen belastet sein. Diese Stoffe können in Regenwasserbewirtschaftungsanlagen wie Versickerungsrigolen Funktionsstörungen hervorrufen. Außerdem können das nachfolgende Oberflächengewässer oder das Grundwasser gefährdet werden.

In diesen Fällen muss vor der Einleitung oder Versickerung eine Behandlung erfolgen, die den spezifischen, wasserrechtlichen und betrieblichen Anforderungen nach dem Stand der Technik genügt und entsprechend nachgewiesen ist. Grundlage für die fachgerechte wasserrechtliche Auswahl der Behandlungsanlage ist  z. B. das DWA-M 153.

Alternativen zu Beton
Herkömmliche Anlagen sind häufig offene Regenklärbecken in Betonbauweise nach DWA-A 166. Sie benötigen viel Fläche und haben eine erhebliche Bautiefe. FRÄNKISCHE bietet ein umfassendes Programm an Alternativlösungen an. SediPipe ersetzt z. B. Regenklärbecken und bietet dabei mit den geringen Bautiefen enorme Vorteile für den Baubetrieb und die spätere Flächennutzung. Das System kommt ohne Flächenverbrauch an der Oberfläche aus, so können darüber z. B. Parkplätze oder Verkehrswege angeordnet werden.

Um die der Kompetenz zugehörigen Produkte anzuzeigen, klicken Sie bitte auf Produktübersicht.

Der richtige Umgang mit Wasser ist in Europa und Deutschland durch Normen und Richtlinien festgelegt, die wichtigsten sind in der nachfolgenden Übersicht zusammengefasst.

d-opti-f-000046-01-4-2x1.jpg

Europäischer Ordnungsrahmen
Die EU-Mitgliedsstaaten haben mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie eine gemeinsame Basis für umfassenden Gewässerschutz geschaffen. Dabei werden auch länderübergreifende Gewässereinzugsgebiete betrachtet. Die grundsätzliche Zielsetzung ist es, bis 2015 einen guten Zustand in den Oberflächengewässern und im Grundwasser zu erreichen bzw. zu erhalten, sofern keine Fristverlängerung oder Ausnahmen in Anspruch genommen werden. Für Gewässer, für die eine Fristverlängerung für die Zielerreichung über 2015 hinaus in Anspruch genommen wurde, sind spätstens nach zwei weiteren Bewirtschaftungszyklen (2015 bis 2021 und 2021 bis 2027) alle Umweltziele der Richtlinien zu verwirklichen. Die Mitgliedsstaaten setzten jeweils die definierten Ziele der Wasserrahmenrichtlinie selbständig in ihren Vorschriften um.

Umsetzung in Deutschland
In Deutschland wurde das Wasserhaushaltsgesetz angepasst und mit jüngster Novellierung im März 2010 in Kraft gesetzt. Bei Neubesiedelungen muss nun das anfallende Regenwasser vor Ort dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt werden. Zudem werden für technische Lösungen unter Beachtung der Kosten-Nutzen-Relation die besten verfügbaren Technologien gefordert.

Beruhend auf dem Wasserhaushaltsgesetz setzten auch einzelne Landesgesetze die Leitlinien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie um.

Planungsrichtlinien

DWA-Arbeitsblatt A 138
Allgemeine Richtlinien für „Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser". Berücksichtigt werden sowohl alle Arten von anfallendem Regenwasser als auch alle Möglichkeiten zur fachgerechten Versickerung unter Berücksichtigung der entsprechenden Belastungspotenziale. Ziel ist die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung unter Berücksichtigung des Boden- und Gewässerschutzes.

DWA-Merkblatt M 153
Gibt „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser". Zeigt die verschiedenen Arten der Vorbehandlungen auf, denen Regenwasser unterzogen werden sollte, bevor es versickert oder in ein Gewässer eingeleitet werden kann.

DWA-Arbeitsblatt A 117
Für die „Bemessung von Regenrückhalteräumen".

DIN 1989 Teil 1-3
Regelung der Anforderungen an Regenwassernutzungsanlagen.

Generell müssen landesspezifische Vorschriften zum Umgang mit Regenwasser beachtet werden.

d-rigoplan-f-000001-01-5-2x1.jpg

RigoPLAN® professional-Bemessungssoftware
Die Vielfalt und die Möglichkeiten der Regenwasserbewirtschaftungsanlagen sind nahezu unbegrenzt und lassen sich kaum vollständig darstellen, denn jede Anlage muss entsprechend den örtlichen Gegebenheiten und Problemstellungen geplant werden. Für die Bemessung von Regenwasserbewirtschaftungsanlagen steht eine Software zur Verfügung, mit der verschiedenste Anlagentypen wie z. B. Versickerungsanlagen, Regenrückhaltebecken mit Überflutungsprüfung sowie auch Regenwasserbehandlungsanlagen geplant werden können.

Grundlage dieser Software sind aktuelle Regelwerke:

  • Bemessung von Versickerungsanlagen verschiedenster Art nach DWA-A 138
  • Bemessung von Regenrückhalteräumen nach DWA-A 117
  • Bemessung von Anlagen zur Regenwasserbehandlung – nach DWA-M 153 bzw. nach „Arbeitshilfen für den Umgang mit Regenwasser in Siedlungsgebieten“; LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg)
  • Überflutungsnachweise außerhalb von Gebäuden nach DIN 1986-100

RigoCAD®-Zeichnungsbibliothek
In den AutoCAD-Zeichnungen sind Standardeinbausituationen im Längsschnitt, Querschnitt und als Grundriss vorbereitet, die durch den Planer an das jeweilig aktuelle Bauvorhaben angepasst werden können. Diese Zeichnungen können dann in die Planungsunterlagen eingefügt oder erklärend als Detaildarstellung den Ausschreibungsunterlagen angefügt werden.